Typische Symptome der Holländischen Ulmenkrankheit – welkende und verwelkte Äste

Erreger und Übertragungsweg

Die Holländische Ulmenkrankheit wird durch den Schlauchpilz Ophiostoma novo-ulmi verursacht. Dieser Pilz verstopft das Xylem (die wasserführenden Gefäße) der Ulme, sodass die Wasserversorgung der Krone zusammenbricht. Der Erreger wird primär von Ulmenborkenkäfern übertragen: dem Großen Ulmensplintkäfer (Scolytus scolytus) und dem Kleinen Ulmensplintkäfer (Scolytus multistriatus).

Die Käfer legen ihre Larven unter der Rinde erkrankter oder frisch gefällter Ulmen ab. Beim Ausschlüpfen tragen die Käfer Pilzsporen an ihrem Körper und übertragen diese beim Reifungsfraß an gesunden Bäumen. Zusätzlich kann sich der Pilz über Wurzelkontakt zwischen benachbarten Bäumen verbreiten.

Frühstadium: Flagging

Das erste erkennbare Symptom ist das sogenannte „Flagging" – einzelne Äste, deren Blätter sich abrollen, welken und braun werden, obwohl die umgebenden Äste noch grün sind. Diese Erscheinung tritt meist ab Mai/Juni auf und ist von anderen Trockenheitssymptomen zunächst schwer zu unterscheiden.

Ophiostoma ulmi – der Schlauchpilz, der das Ulmensterben verursacht

Diagnose durch Querschnitt

Eindeutiger Nachweis erfolgt durch einen Querschnitt durch einen erkrankten Ast. Im betroffenen Holz zeigen sich charakteristische braune Ringstrukturen oder bogenförmige Verfärbungen im Splintholz. Diese entstehen durch den Pilz, der die Xylemgefäße verstopft, und durch die Abwehrreaktion des Baums (Tylose-Bildung).

Ein Labornachweis durch das Julius Kühn-Institut (julius-kuehn.de) ist möglich, wenn der Pilzbefall durch einfache Sichtdiagnose nicht eindeutig ist. Proben sollten frische Äste aus dem Übergang zwischen krankem und gesundem Gewebe enthalten.

Abgrenzung von anderen Ursachen

Nicht jeder verwelkende Ulmenast ist auf Ulmenkrankheit zurückzuführen. Andere Ursachen für ähnliche Symptome:

  • Verticillium-Welke: Ähnliche Symptome, aber Verfärbungen im Holz sind weniger ringförmig und gleichmäßiger verteilt
  • Trockenstress: Gleichmäßiges Welken der Krone, keine braunen Gefäßringe im Querschnitt
  • Phytophthora-Befall: Überwiegend Wurzel- und Stammfußbefall, weniger in der Krone
  • Blattfraß durch Rüsselkäfer: Lochfraß an Blättern ohne Verfärbungen im Holz

Bei begründetem Verdacht auf Ulmensterben sollte das betroffene Astmaterial schnell entfernt und entsorgt werden, um eine Ausbreitung über Käfer und Sporenstäuber zu minimieren.