Ophiostoma ulmi – Mikrofotografie des Ulmenkrankheitserregers

Grundprinzip der Schutzmaßnahmen

Eine Heilung befallener Ulmen ist nach aktuellem Kenntnisstand bei vollständigem Befall nicht möglich. Maßnahmen zielen daher auf drei Ziele ab: den Befall im Frühstadium zu stoppen, die Ausbreitung auf Nachbarbäume zu verhindern und gesunde Bäume präventiv zu schützen.

Je früher der Befall erkannt wird, desto größer sind die Chancen, einzelne Äste zu retten. Im fortgeschrittenen Stadium ist die Fällung und sachgerechte Entsorgung des befallenen Holzes die wichtigste Maßnahme zur Seuchenbekämpfung.

Frühschnitt befallener Äste

Beim ersten Auftreten von Flagging-Symptomen sollten die betroffenen Äste unverzüglich abgeschnitten werden. Der Schnitt muss deutlich ins gesunde Holz gesetzt werden – mindestens 50–100 cm unterhalb der sichtbaren Verfärbungszone. Das abgeschnittene Material muss sofort aus dem Bestand entfernt und entsorgt werden (nicht kompostieren). Schnittgeräte müssen desinfiziert werden, um eine Verschleppung des Pilzes zu vermeiden.

Flatterulme (Ulmus laevis) – von Natur aus etwas robuster gegen Ulmenkrankheit

Schutz der Nachbarbäume

Die Ausbreitung über Wurzelkontakt ist besonders in eng stehenden Ulmenbeständen und Alleen ein Problem. Physische Trennung der Wurzelsysteme (Wurzelschnittgräben) ist aufwendig, aber in bestimmten Situationen sinnvoll, um isolierte Bäume zu schützen.

Die Kontrolle der Käferpopulation durch das Aufstellen von Pheromonfallen (Lockfallen für Scolytus-Arten) kann die Trägerkafer-Dichte in einem Bestand reduzieren. Diese Maßnahme ist Teil integrierter Pflanzenschutzkonzepte und sollte von Fachleuten begleitet werden.

Fungizid-Behandlung

In einigen Ländern werden systemische Fungizide eingesetzt, die über den Stammfuß oder direkt in den Stamm injiziert werden. In Deutschland ist dies nur unter strengen Bedingungen und mit zugelassenen Mitteln möglich. Das Julius Kühn-Institut (julius-kuehn.de) ist die nationale Forschungseinrichtung für Pflanzenschutz und führt die Liste der zugelassenen Mittel.

Die Wirksamkeit von Fungizid-Stamminjektionen ist begrenzt und hängt stark von der Phase des Befalls ab. Bei frühem Befall und ergänzt durch Äste-Entfernung können sie die Lebensdauer einzelner wertvoller Bäume verlängern.

Fällung und Holzentsorgung

Stark befallene Bäume müssen gefällt werden, bevor die Käfer ausschlüpfen (typischerweise April bis Juni). Das Holz darf nicht liegen bleiben oder zu Brennholz verarbeitet werden, wenn es noch unter Rinde ist. Die sachgerechte Entsorgung (Häckseln, Entrinden oder Verbrennen) ist entscheidend, um die Käferpopulation nicht zu fördern.

In Deutschland ist das Ulmenkranken-Management Aufgabe der kommunalen Grünämter bei Stadtbäumen und der Forstbehörden bei Waldbäumen. Eigentümer von Ulmen auf Privatgrundstücken sollten Befall frühzeitig dem Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslandes melden.